Schmidt-Haus
Schmidt-Haus

Samstag, 18.01. 20.30 Uhr

Ramon Bessel

„Lieder zum Festhalten“

Special Guest Isabelle “Sternchen” Scheiber

beide früher "Riscant"

Ramon – der falsche Spanier – erhielt seinen Namen von Angelo – dem falschen Italiener. Der spanische Vorname soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass er im tiefsten Oberbayern als Kind von sogenannten „Zuagroasten“, also Wirtschaftsflüchtlingen mit norddeutschem Migrationshintergrund, in Gmund am Tegernsee geboren wurde.

Er ist ein Mensch, der gerne Klavier spielt, dazu singt und zur Inspiration mit nacktem Oberkörper das Haus saugt, sofern er sich unbeobachtet glaubt. Während er viele Jahre mit dem Erlernen akademischer musikalischer Regeln und dem Interpretieren der Lieder anderer verbracht hat, widmet er die verbleibende Lebenszeit erfolgreich dem Verlernen dieser Regeln und der Entdeckung seiner eigenen Lieder. Er beschreibt sich selbst als „Vokalpianist im besten Sinne: 50% Gesang, 50% Klavier und 50% Schauspiel“. Seine Lieder teilt er in: „Die Amüsanten“ und die: „Weniger Amüsanten“. Letztere wiederum in „Die Erbaulichen“ und die „Weniger Erbaulichen“. Es ist also für jede Lebenslage etwas geboten.

Für den weiblichen Charme und Liebreiz auf der Bühne sorgt Special Guest „Sternchen“ mit ihrem funkelnden Sopran.

Mit seinen „Liedern zum Festhalten“ gelang es Ramon in kurzer Zeit eine Sammlung von „Kleinkunsttrophäen“ anzulegen. Die Stuttgarter Zeitung nannte ihn dabei „Poet und Könner am Klavier“, und das, obwohl er beim Finale des renommierten deutschen Song Contest „Troubadour 2018“ unangenehm durch den Verzehr einer Banane auffiel. Die Wiener Zeitung bezeichnete seinen Auftritt beim Protestsongcontest des ORF als „Schelmenstück“. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt ihn als „feinen Humorist“ und „ausgezeichneten Sänger und Klavierspieler“.

 

Foto: C. Hess  

https://ramonbessel.de/

Freitag, 07.02. 20.30 Uhr

Faltsch Wagoni

„Zum Glück – kein Ratgeber“

Gerade noch mal gut gegangen. Gottseidank, könnte man sagen, aber Faltsch Wagoni sagen lieber: zum Glück.

 

Glück, das ist einfach eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis (Hemingway). Nicht schlecht. Vergessen wir einfach mal, was uns gerade die Stimmung vermiest und lassen uns von den satirischen Geistesblitzen à la Faltsch Wagoni beglücken.

 

Erfahren werden wir allerdings nicht wie wir glücklich werden, sondern bestenfalls, dass wir es schon sind - und vielleicht gar nicht wissen.

 

Jeder ist seines Glückes Schmied (Volksmund). Wenn dieser Satz stimmen würde, müssten wir dann nicht alle verdammt unglücklich sein? Denn das mit dem Schmieden ist so eine Sache. Anstatt mal alle Viere gerade sein zu lassen, schmieden wir wie besessen drauflos, obwohl das mehr schadet als nützt. Denn in Zeiten des Zuviel braucht es zum Glück eigentlich fast nichts. Je weniger, desto leichter tut es sich.

 

Zum Glück gehören bei Faltsch Wagoni immer zwei: 2 Zahnbürsten, 2 Koffer, 2 Instrumente, 2 Stimmen, 2 Paar Hosen, 2 Köpfe, bzw. Sturköpfe, 2 musikalische und wortstarke Stunden voller Fantasie - und für das Publikum die Chance im Überlebenskampf innezuhalten und sich dem Glück des Denkvergnügens hinzugeben.

 

Foto: Peter Edelmann

 

http://www.faltsch-wagoni.de/

 

Samstag, 29.02. 20.30 Uhr

Holger Paetz

„Fürchtet euch!“

Die Bußpredigt

Hageln wird es heftige Backenstreiche für all die Pappnasen und Sich-selbst-Erhöher. Für den Heißluft-Horst und den fränkischen Tollpatsch. Ihr Sündenregister ist übervoll! Solchen Elementen gehört standgepaukt und heimgeleuchtet. Mag der Zorn des Herrn ungewiss sein, der des Paetz ist es mitnichten!

 

Foto: Erik Dreyer

https://www.holger-paetz.de/

Samstag, 07.03.2020 20.30 Uhr

Zärtlichkeiten mit Freunden

„RICO ROHS & DAS INES FLEIWA QUARTETT“

Ein abendsprengendes Programm. Rico Rohs und Ines Fleiwa sind Nachbarn. Fast. Deswegen kennen sie sich vom Sehen. Jetzt zum Jubiläum haben die beiden eine Art Band gegründet und spielen trotzdem nicht gut. Ines Fleiwa wirdmit seinem unnachahmlichen journalistischen Türöffnergesicht den eigentlich schweigsamen Rico Rohs zum Reden bringen – und zum Singen, wie wir Ganoven sagen. Was wird zum Vortrage gebracht? Alle Geschichten, die Rico Rohs je erlebt hat, auch die Kniescheibenoperation, und ein Liebeslied, und Erinnerungen an die alte Heimat und so.

Foto: Amac Garbe

http://www.zaertlichkeitenmitfreunden.de/

Samstag, 14.03. 20.30 Uhr

Ricardo Volkert & Jost – H. Hecker

„Cuentos del Sur“

Geschichten aus dem Süden

Mit rassiger Gitarre, virtuosem Violoncello und Gesang begeben sich die  Musiker auf eine Tour, die vor allem durch den Süden Spaniens, durch Andalusien führt. Im Gepäck: traditioneller Flamenco (Soleares, Alegrías,), andalusische Volkslieder (Cafe de Chinitas, Sevillanas) und wunderschöne  Vertonungen spanischsprachiger Dichter (Federico García Lorca, Pablo Neruda, Rafael Alberti, u.a.). Orte und Zeiten werden durchquert, von den Tavernen und Gassen der Dörfer und Städte, von Granada, Cádiz und Sevilla geht es an die Strände und Gebirge Andalusiens, beladen mit Romanzen, Rumbas und Balladen. Weit jenseits ausgetretener Touristenpfade von Sonnenanbetern und Pauschalangeboten treffen sie dabei auf eine magisch-poetische Bilderwelt, auf spannende, interessante Geschichten über Land & Leute, von der Vergangenheit ins Heute, Geschichten über Poeten und Banditen, Heilige und Sünder – Geschichten aus dem Süden. Daraus formen die beiden Musiker ein Klanggemälde aus bittersüßer Sinnlichkeit, purer Lebensfreude und Leidenschaft. Kenntnisreich, humorvoll und kurzweilig moderiert Ricardo Volkert dabei den Abend in den Gassen und Tavernen des Südens...


Foto: Königl. Bayr. Hofphotograph S. Bastian

https://ricardo-volkert.de/cuentos-del-sur/

Samstag, 21.03. 20.30 Uhr

Gunkl

Zwischen Ist und Soll - Menschsein halt

Gunkl ist der „Philosoph unter den Kabarettisten“, ein „Gehirnakrobat“ in dessen Bann das Publikum die Lust am Denken in vollen Zügen genießt. Künstler und Besucher verlieren sich förmlich in einer Gedankenwelt, in der alles erlaubt ist, was Gunkl nicht verboten hat. Der passionierte Bühnenmensch ist Vielspieler im gesamten deutschsprachigen Raum, er beeindruckt durch minimalistische Ästhetik, und ist, so ganz nebenbei, auch ein großartiger Musiker.

 

Auch interessant: Wir glauben, daß wir Menschen einander verstehen. Mhm. Und wenn man sagt: „Das Unsichtbare bleibt dem Auge meist verborgen“ nicken die allermeisten gleich einmal in verzückter Betulichkeit so, als hätte man da etwas sehr Kluges gesagt. Die, die nach zwei Sekunden ein stumpfes Stöhnen von sich geben, mit denen ist ein sachlich ergiebiges Gespräch möglich. Die, die weiterhin nicken, sollte man in ihrem Glück lassen.

 

Foto: Robert Peres

http://www.e-a.at/gunkl.php

Samstag, 25.04. 20.30 Uhr

Weiherer

„Im Prinzip aus Protest“

Hier ist er wieder. Weiherer, der „niederbayerische Brutalpoet“ (Süddeutsche Zeitung), hat in den letzten Jahren für ordentlich Wirbel gesorgt: Mit seiner viel beachteten Postleitzahlen-Aktion („25541“) verhalf er einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein zu ungeahnter Berühmtheit, mit seiner Band „Weiherer und die Dobrindts“ heizte er der bayerischen Musikszene und dem ehemaligen Bundesverkehrsminister gehörig ein. Vier Jahre mussten sich Freund und Feind seit seinem letzten Werk gedulden, jetzt erschien mit „Im Prinzip aus Protest“ sein bereits achtes Album.

 

Von Anfang an auf Du und Du mit dem Publikum, präsentiert Weiherer eine Art unvorbereitete Plauderei mit Toneinlage. Ein kritisch spähender Geschichtenerzähler, der es mit seiner genialen und mehrfach preisgekrönten Mischung aus Liedermacherei und Kabarett wie kaum ein Zweiter beherrscht, bei seinen Zuhörern eine schmunzelnde Nachdenklichkeit zu erzeugen. Ein Querkopf mit dem hinterhältigen Kichern des Boandlkramers, intelligenten Texten, mitreißender Musik und grandios bissigem Humor. Mit Gitarre, Mundharmonika und seinem unvergleichlich niederbayerischen Mundwerk geizt Weiherer dabei nicht mit scharfzüngiger Kritik und deftigen Sprüchen. Kompromisslos, respektlos, meist politisch unkorrekt, oft gnadenlos komisch, aber immer beherzt.

 

Der mutige Musiker mit einem Herz für Irrsinn und Wahnwitz hat eine riesengroße Klappe und jede Menge zu sagen. Weiherers Auftritte sind mehr grob geschnitztes Handwerk als fein geschliffene Kunst und seine saukomischen Alltagsgeschichten sind längst Kult. Der ungezügelte Redeschwall wird nur unterbrochen von ein paar Liedern, die einen bis ins Mark durchdringen. Vorgetragen mit einer dringlich näselnden Stimme in breitestem Dialekt, frei von Selbstgerechtigkeit, aber voller Herzblut. Tiefsinnig und absurd zugleich, kantig und verquer, immer ehrlich und direkt, jedoch nie verbittert.

 

Jedem alternativ geprägten Geist dürfte das Herz aufgehen bei diesen Songs. Lieder mit viel Engagement und nicht selten mit richtig ehrlicher Wut, stets heimatverbunden und für ein bewusstes und respektvolles Miteinander einstehend. Pamphlete gegen dumm-dreiste Stammtisch-Politiker und ignorante Landschaftsverschandelung, gegen verblödende Touchscreen-Wischerei und für echte Kommunikation. Oder von der selbstkritischen Bilanz des Scheiterns an den eigenen Idealen. Und in bester Liedermacher-Tradition beherrscht Weiherer auch die leisen Töne, in denen er immer eine große Portion Menschenfreundlichkeit und Liebe durchblicken lässt.

 

Der Weiherer ist einer, der gern hinter Fassaden schaut, um die Ecke denkt. Ihn interessiert das große Ganze, das Hinschauen und Hinlangen, auch wenn´s mal weh tut. Als Zuhörer sitzt man mit ihm in einem Boot und bestaunt seine Navigationskünste durch diesen ganzen Wahnsinn. Durch eine Welt voller Fragen und ohne Antworten. Ein faszinierender Sturschädel!

 

Foto: Christian Kaufmann

http://www.weiherer.com/news.html

Samstag, 02.05. 20.30 Uhr

Uli Masuth

„Mein Leben als ich“

Was ist los in einer Zeit, in der sich die Menschen immer häufiger selbst fotografieren? Die Mitmenschen zunehmend aus den Augen verlieren oder als Bedrohung empfinden? Eine Zeit, in der Ängste wachsen und Ablenkung immer größer geschrieben wird?

Wo Donald Trump „America first“ brüllt und immerhin noch das Land im Blick hat, heißt es für viele Menschen nur noch: „I first!“. Ganz viel „I“. Analog zu iMac, iPhone, iPad. Aber spiele ICH eigentlich noch eine Rolle, in MEINEM Leben und im großen Ganzen?

Und wenn nicht, wie kann ich wieder auf mich aufmerksam machen? Bei Pegida mitmarschieren, AfD wählen oder mal um mich schießen?

 

Wie gut, dass Masuth ein fantastischer Beobachter, ein bissiger Formulierer und Meister des rabenschwarzen Humors ist, der natürlich auch die Schwächen des Gutmenschentums bloßlegt und gewaltig gegen den Strich bürsten kann.

 

Um mit der Stimme einer Zuschauerin zu sprechen: „Herr Masuth, Ihre leise Lesart wirkte umso tiefgängiger, Ihre Unaufdringlichkeit umso eindringlicher. Ihre charmante, augenzwinkernde Form nahm den feinsinnig dargelegten Fakten die Schwere. Mein Fazit: Eine weise, nachsichtige, achtsame und authentische Momentaufnahme - wider Erwarten gut verdaubar!“

 

Auch wenn es der Titel nicht vermuten lässt, nicht ausgeschlossen, dass sich das Publikum an diesem Abend selbst begegnet. Denn in „Mein Leben als ICH“ geht es auch um SIE!, sagt Uli Masuth.

 

Ein Kabarett-Abend mit Musik, ohne Gesang, politisch.

 

Foto (Andreas Kasparbauer)

http://www.kabarett-musik.de/

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